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Sicherheitspolitische Beiträge aus Seminaren der Kreisgruppe Münster VdRBw -->

Die ehemaligen Artillerie- und Logistikeinheiten am Standort Dülmen -->

Ehemalige und aktuelle Stationierung der Bundeswehr im Münsterland -->

Karten und Bilder zum Standort Dülmen, zur Bundeswehr und alliierter Partner im Münsterland und Deutschland -->

50 Jahre Bundeswehr im Münsterland

Truppen der 7. Panzerdivison

Im Jahre 1957 trat in Lippstadt der Stab der 7.Panzergrenadierdivision zusammen. Seit 1959 befand sich der Stab in der Hellweg-Kaserne in Unna. Er führte die Kampftruppenteile des Heeres in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund ihrer rückwärtigen Lage war dieser Division bei den Verteidigungsplänen der NATO die Rolle einer „Feuerwehr“ zugedacht, die flexibel als Eingreifreserve die Abwehr an Brennpunkten hätte verstärken können. Zuerst hatte man die Division auch nicht dem I. Korps in Münster, sondern dem III. Korps in Koblenz unterstellt, das im Einsatz für die NATO-Verteidigung im Bereich Hessen zuständig war.Der Einsatz der "Siebten"  war aber auch schon damals im Bereich der NATO-Heeresgrupp NORTHAG  vorgeplant. Diese Flexibilität aufgrund der geografischen Lage sollte auch bei späteren Strukturveränderungen noch mal zu Geltung kommen als man nach 2000 Truppenteile aus Hessen der Division zuordnete.
Nach der Standardgliederung von 1959 sollte die Division aus drei Kampfbrigaden und weiteren divisionseigenen Truppen zu ihrer Unterstützung bestehen. So wurde im Münsterland an den Standorten Ahlen und Handorf die Panzergrenadierbrigade 19 aufgestellt. Die Panzerbrigade 21 kam nach Ostwestfalen und fand ihre Heimat in Augustdorf am Nordrand des Truppenübungsplatzes Senne . Sie genoss durch die Stationierung ihrer Bataillone in der Nähe eines großen Übungsgeländes große Vorteile für die Ausbildung. Das hat der Brigade einen kontinuierlichen Fortbestand über alle bisherigen Strukturveränderungen hinaus gesichert.
Probleme gab es mit der Aufstellung der Panzerbrigade 20, die im märkischen Raum an der Peripherie des östlichen Ruhrgebiets in Hemer begann, aber bis 1975 nicht über eine Formation von zwei Kampfbataillonen in Hemer hinauskam. In den 70er Jahren führte der  Verband als Panzerregiment 100 des I. Korps eine Sonderexistenz . Das Regiment in Hemer wurde 1975 in die Panzerbataillone 203 und 204 sowie das Panzergrenadierbataillon 202 umgegliedert. Mit der Aufstellung des Panzerartilleriebataillons 205 in Dülmen und einiger selbstständiger Kompanien in Unna und Hemer ab Mitte der 70er Jahre waren die Panzerbrigade 20 und damit die 7. Division komplett. Das Panzerbataillon 204 verlegte 1980 nach Ahlen und wurde 1992 in eine Geräteinheit der Panzergrenadierbrigade 19 umgewandelt.
Von den Divisionstruppen fanden im Münsterland das Artillerieregiment7 in Dülmen und das Flugabwehrbataillon 7 in Handorf, ab 1971 Borken, ihre Heimat. An der Peripherie des Münsterlandes waren die logistischen Truppen der Division, das Nachschub- und das Instandsetzungsbataillon 7 in Unna und das Fernmeldebataillon 7 in Lippstadt untergebracht. Das Sanitätsbataillon 7 wurde in Hamm aufgestellt. In Ostwestfalen befanden sich das Panzeraufklärungsbataillon 7 (Augustdorf) und das Pionierbataillon 7 (Höxter).
1970 endete die Unterstellung der 7.Panzergrenadierdivision beim III. Korps und sie unterstand künftig dem I. Korps in Münster. 1980 wurde die Division nach Aufstellung der Panzerbrigade 20 in 7. Panzerdivision umbenannt. Der Divisionsstab wurde 1994 von Unna nach Düsseldorf verlegt und fusionierte dort zeitweise mit dem Wehrbereichskommando III, das für die territorialen Verteidigungsaufgaben in NRW zuständig war. Seit 2002 war die Division wieder ein reiner Kampftruppenführungsstab der Panzerbrigaden 21(Augustdorf) und 14 (Hessen). Er wird aber in der künftigen Struktur für das Jahr entfallen. 2006 wurde der Stab der 7.Panzerdivision aufgelöst. Die verbleibende Panzerbrigade 21 in Augustdorf geht an die 1.Panzerdivision in Hannover und wird den Eingreifkräften zugewiesen.

Im Folgenden sollen nur die Entwicklungen in den münsterländischen Garnison der „Siebten“ beleuchtet werden.
In der Westfalenkaserne Ahlen und in der Lützowkaserne Handorf bezog ab 1959 die Panzergrenadierbrigade 19 als „Hausbrigade“ des Münsterlandes ihre Standorte. In Ahlen befanden sich der Brigadestab mit Stabskompanie, die Panzerpionierkompanie 190, die Panzergrenadierbataillone 191 und 192 und das Versorgungsbataillon 196. Die beiden Panzergrenadierbataillone waren mit Mannschaftstransportpanzern MTW (191) und 1,5 t LKW UNIMOG (192) motorisiert. Die ursprünglich vorgesehene Ausstattung mit einem Kampfschützenpanzer erfolgte erst in den 70er Jahren mit der Einführung des Schützenpanzers Marder. Nur das Panzergrenadierbataillon 193 in Handorf erhielt den umstrittenen Schützenpanzer HS 30. In Handorf lagen auch das Panzerbataillon 194 , das Feldartilleriebataillon 195
(Feldhaubitzen 105 mm),die Panzerjägerkompanie 190 mit Kanonen- und Raketenjagdpanzern und die Instandsetzungskompanie des Versorgungsbataillons (3./196). 1967 tauschte das Panzerbataillon 194 seine amerikanischen Kampfpanzer M 48 gegen den Leopard I und das Artilleriebataillon wurde nach Zulauf der Panzerhaubitzen M 109 G (Kaliber 155mm) zum Panzerartilleriebataillon 195.
Die erste große Heeresreform zu Beginn der 70er Jahre brachte eine weitere Verstärkung der Kampfkraft durch Einführung des Schützenpanzers Marder in den Panzergrenadierbataillonen 191 und 193. Allerdings wurde das nur mit LKW ausgestattet Panzergrenadierbataillon 192 in Ahlen an das Heimatschutzkommando 15 (Unna, später Wuppertal) des Territorialheeres abgegeben. Es blieb dort als Jägerbataillon 531 bis 1992 erhalten. Das bisherige Panzergrenadierbataillon 191 erhielt die Nummer 192. Das Versorgungsbataillon wurde aufgelöst und auf zwei selbständige Einheiten, die Nachschubkompanie 190 Ahlen und Instandsetzungskompanie 190 Handorf verteilt.

Bereits vor dem politischen Umbruch von 1989 zeichneten sich in der Brigade Veränderungen ab. Das Panzergrenadierbataillon 193 wurde 1990 in eine Geräteeinheit umgewandelt und mit der ebenfalls aufgelösten Panzerjägerkompanie 190 zur Aufstellung der Heeresunteroffiziersschule I in Handorf herangezogen. Von der ersten Auflösungswelle 1992 waren dann das Panzerbataillon 194, das Panzerartilleriebataillon 195 und die Instandsetzungskompanie 190 betroffen. Die Brigade 19 blieb als Stab mit dem Panzergrenadierbataillon 192 in Ahlen erhalten und übernahm in einer neuen Brigadestruktur von der aufgelösten Panzerbrigade 20 das Panzerbataillon 203 aus Hemer und das Panzerartilleriebataillon 205 in Dülmen. Das Panzerbataillon 204 in Ahlen war in eine Geräteeinheit umgewandelt worden, die die Brigade nach einer Mobilisierung in einem Verteidigungsfall verstärken sollte. Die Nachschubkompanie 190 wurde am Standort Ahlen in als 3. und 7.Kompanie in das Nachschubbataillon 7 (Unna) integriert und hatte weiterhin in dieser Gliederung die Brigade zu versorgen
Angesichts der Veränderungen in Europa und der neuen internationalen Aufgaben der Bundeswehr war aber abzusehen, dass diese auf Landesverteidigung ausgerichteten Strukturen nicht lange Bestand haben würden. Die Panzergrenadierbrigade 19, die 1989 den Beinamen „Münsterland“ erhalten hatte, wurde 2002 aufgelöst. Das Panzergrenadierbataillon 192 sollte der Brigade 21 in Augustdorf zugeordnet werden. Die Nachschubeinheiten in Ahlen wurden als 3.Kompanie in das Nachschubbataillon 51 (Schwalmstadt) eingegliedert. Diese Einheit bekam am Standort Ahlen einen Auftrag innerhalb der Logistikbrigade 100 (Unna).
Diese Strukturplanung ist aber mittlerweile (2005) auch schon wieder überholt. Das Panzergrenadierbataillon 192 und die Nachschubkompanie in Ahlen werden bis Ende des Jahrzehnts aufgelöst und die Westfalenkaserne von dem mittlerweile in Sanitätsregiment 22 umbenannten Sanitätsbataillon aus Hamm übernommen.

1966 bezogen aus Lippstadt und Handorf kommend, das Artillerieregiment 7 mit der Stabsbatterie, dem Feldartilleriebataillon 71 und dem Raketenartilleriebataillon 72 die neue St.-Barbara-Kaserne in Dülmen. Aus Wuppertal kamen Artillerieaufklärungstruppenteile als Kader für eine Schallmess- und Radarbatterie  7 dazu. Das Regiment sollte den Artillerieeinsatz der Division koordinieren und mit schwerem Feuer seiner 175 m-Kanonen und 203mm-Haubitzen auf Selbstfahrlafetten und 762mm-Raketenwerfern „Honest John“ unterstützen. Das bedeutete auch, dass der Verband eine nukleare Einsatzrolle im Rahmen der damals gültigen Abschreckungsstrategie besaß und nukleare Gefechtsköpfe der US-Streitkräfte verfeuern konnte. Deshalb wurde in der Bauernschaft Visbeck ein Sonderwaffendepot gebaut, das von einem US-Detachment aus der Dülmener Kaserne kontrolliert und einer Sicherungsbatterie des Regiments bewacht wurde. Das Regiment blieb in dieser Struktur bis Anfang der 80er Jahre weitgehend unverändert, allerdings wurde das Raketenartilleriebataillon 1970 aufgelöst und in Geilenkirchen im Rheinland neu aufgestellt. Aus seiner Substanz konnte man in Dülmen das Feldartilleriebataillon 110 als aktiven Verband der Korpsartillerie aufstellen (s.o). Ab 1981 wurden im Feldartilleriebataillon 71 die 175mm-Kanonen auf Selbstfahrlafetten durch 18 neue gezogene Feldhaubitzen 155mm ersetzt und der Bestand an 203mm -Geschützen modernisiert und ab 1986 auf 18 verdoppelt. Gleichzeitig wurde die Artillerieaufklärung durch Aufwachsen der Beobachtungsbatterie 7 zum Beobachtungsbataillon 73 verstärkt. Die Sicherungsbatterie, die bisher zum Raketenartilleriebataillon 72 gehörte, aber in Dülmen geblieben war, wurde 1986 zur selbstständigen Begleitbatterie 7. In dieser Formation mit Stab und Stabsbatterie 7 (Dülmen), Feldartilleriebataillon 71 (Dülmen) Raketenartilleriebataillon 72 (seit 1981 Wuppertal), Beobachtungsbataillon 73 (Dülmen) und Begleitbatterie 7 (Dülmen) blieb das Regiment bis 1993 erhalten. Seit 1989 hatte das Feldartillleriebataillon 71 den Auftrag erhalten, eine NATO-Eingreiftruppe (NCF) für Nordnorwegen mit Feldhaubitzen 105 mm zu unterstützen, so dass der Verband auch im hohen Norden übte. Gleichzeitig bedingte die Ausrüstung mit der leichten Feldhaubitze zahlreiche Salutaufträge beim Empfang von Staatsgästen.
1993 fusionierten das Beobachtungsbataillon 73 und das Feldartilleriebataillon 71 zum Beobachtungsartilleriebataillon 71. Panzerhaubitzen M 109 G ersetzten die Feldhaubitzen 155 mm. Die schweren Geschütze Kaliber 203 mm schieden mit dem Wegfallen des Nuklearauftrages aus. Die Begleitbatterie 7 war damit auch überflüssig. Anstelle des aufgelösten Raketenartilleriebataillons 72 aus Wuppertal übernahm das Artillerieregiment 7 das Raketenartilleriebataillon 150 in Wesel, das auf die Mehrfachraketenwerfer MARS und LARS umgerüstet worden war. Aus Coesfeld kam die Drohnenbatterie 100 dazu, die 1986 als Artillerieaufklärungsverband des Korpsartilleriekommandos aufgestellt worden war. Mit der 2001 beschlossenen Aufgabe des Standortes Dülmen wurde das Regiment 2002 aufgelöst. Das Beobachtungspanzerartilleriebataillon 71, das ab 1999 noch mit modernen Panzerhaubitzen 2000 ausgerüstet worden war, gab 2002 seine Haubitzen ab, gliederte zum Artillerieaufklärungsbataillon 71 der Artilleriebrigade 100 um und verlegte nach Coesfeld. Der Bundeswehrplan von 2004 sieht seine Auflösung bis 2008 vor. Damit wird nach Dülmen auch der Standort Coesfeld aufgegeben.
Als weiter Verband der 7.Panzergrenadierdivison war im Münsterland das Flugabwehrbataillon 7 entstanden. Es wurde 1961 in Handorf aufgestellt und bis 1966 durch Unterstellung selbstständiger Flugabwehrbatterien der Brigaden zu einem Divisionsflugabwehrverband mit ausgebaut. Es standen drei schießende Batterien mit Flugabwehrpanzern M 42 zur Verfügung, dazu kam eine Batterie mit gezogenen Flugabwehrkanonen 40mm L 70. Die M 42 besaß zwei optisch gerichtete Flugabwehrkanonen vom Kaliber 40 mm L 60 . Die 40 mm-Kanonen auf Lafette konnten im Gelände in Stellung gebracht und an ein Radar und einen Rechner angeschlossen werden. Sie waren nicht so mobil und eigneten sich nur für den Schutz stationärer Objekte im rückwärtigen Bereich der Division. Sie wurden 1971 an das neue Flugabwehrbataillon 110 in Wuppertal abgegeben. Der M 42 blieb aber noch bis zur Ablösung durch den radar- und rechnergesteuerten Flugabwehrpanzer Gepard im Jahre 1978 im Verband.
Das Flugabwehrbataillon 7 zog 1971 von Handorf nach Borken in die Hendrik-de-Wynen-Kaserne um. 1978 wuchs es mit der Einführung des Gepard zum Panzerflugabwehrkanonenregiment 7 auf. In den 90er Jahren wurde es wieder zu einem Bataillon und bildete  zusammen mit dem Panzerflugabwehrraketenbataillon 100 aus Wuppertal das gemischte Flugabwehrregiment der 7. Panzerdivision. Als Folge der Reorganisation von 2001 wurde der Gepard durch den Flugabwehrraketenpanzer Roland ersetzt. Im Zuge dieser Maßnahme integrierte der Borkener Verband  das aufgelöste Schwesterbataillon aus Wuppertal und wurde zum Panzerflugabwehrraketenbataillon  7. Auch diese Maßnahme sollte nicht von Dauer sein. Bis März 2007 wurde die Einheit aufgelöst und der Standort Borken geräumt .
Zeitweise waren Teile des Nachschubbataillons 7 in Ahlen und Handorf stationiert. Diese Einheit war aus dem 1973 aufgelösten Brigadeversorgungsbataillon 196 in Ahlen und Handorf hervorgegangen und seit 1976 unter dem Namen Nachschubbataillon 7 in der Glückaufkaserne in Unna-Königsborn stationiert. Zusammen mit den Brigadenachschubkompanien 190 (Ahlen), 200 (Unna) und 210 (Augustdorf) hatte es die 7. Panzerdivision mit Treibstoff, Munition und Ersatzteilen zu versorgen. Geräteeinheiten befanden sich in Handorf. Mit verschiedenen Umgliederungen in den 90er Jahre wuchs das Bataillon zeitweise mit bis zu zehn aktiven, teilaktiven oder nichtaktiven Kompanien zur logistischen Drehscheibe in der Division auf. In Ahlen befanden sich in der Heeresstruktur der 90er Jahre die 3., 5. und 7.Kompanie. Die 5. Kompanie war aus der ehemaligen Ausbildungskompanie 7/7 (s.u.)hervorgegangen und setzte deren Auftrag fort. Im Verteidigungsfall wäre sie zu einer Nachschubkompanie für Mengenverbrauchsgüter (Munition, Betriebsstoff ) für Artillerie, Flugabwehr und Pioniere der Division aufgewachsen. Die 3. und 7.Kompanie hatten in veränderte Gliederung die Funktion der ehemaligen Brigadenachschubkompanie 190 fortzuführen (3.Kompanie: Munition, Betriebsstoff, 5.Kp:Ersatzteile). Mit der Bundeswehrreform 2001 wurde das Nachschubbataillon 7 aufgelöst und die Logistik des Heeres in zwei Logistikbrigaden konzentriert. In Unna befand sich der Stab der für den Norden zuständigen Logistikbrigade 100. Zu ihr gehörte auch das Nachschubbataillon 51 (Stab Schwalmstadt), das die drei Ahlener Nachschubkompanien als 3./Nachschubbataillon 51 aufnahm und umgliederte. Deren neuer Auftrag schloss neben der Ausbildung und Vorbereitung für den Einsatz die Ersatzteilversorgung von Bundeswehreinsätzen im Ausland ein.
Zur Divisionslogistik gehörte auch das Instandsetzungsbataillon 7 aus Unna, das in den 90er Jahren mit der 3. Kompanie in Borken zur Betreuung des Flugabwehrsystems Gepard und der 7. Kompanie in Dülmen zur Materialerhaltung von Artilleriesystemen vertreten war.
Von der Konzentration der Unterstützungsaufgaben auf die Divisionstruppen war auch das Sanitätswesen betroffen, dessen stationärer Teil eine der Schwerpunktaufgaben des Territorialheeres gewesen war. Die Divisionen und Korps hatten sich auf mobile Teile zur Erstversorgung und zum Krankentransport beschränkt. Die Divisionen übernahmen mit ihrer Doppelaufgabe als Wehrbereichskommandos und operative Divisionsstäbe auch Verantwortung für die umfangreiche Reservelazarettorganisation, die bis 1993 im Wehrbereich III (Nordrhein-Westfalen) dem Sanitätsregiment 73 des Territorialheers unterstand. 1993 wurde daraus das teilaktive Lazarettregiment 73 in Ahlen, das mit der aktiven Reservelazarettgruppe 7319 (Ausbildung) Reservisten für die acht verbliebenen Reservelazarette in Nordrhein-Westfalen ausbildete. Mit der Bundeswehrreform 2001 wurden alle Sanitätseinheiten in einem eigenen zentralen Sanitätsdienst zusammengefasst. Die Ahlener Einheiten wurden zum Sanitätsausbildungszentrum II des Sanitätskommandos II in Diez.

Nicht vergessen darf man die zahlreichen Ausbildungskompanien, die den aktiven Bataillonen zugeordnet waren. Dazu gehörten, um nur einige zu nennen, die Kompanie 16/I vom Nachschubbataillon 110 und 17/I vom Transportbataillon 170 in Rheine. Die Ausbildungskompanie 10/I in Dülmen war dem Instandsetzungsbataillon 120 unterstellt. Sie kam 1993 erst ans InstBtl 7 (4.Kp) und 1996 an das InstBtl 71 (2.Kompanie.) In Coesfeld gab es die Ausbildungskompanien 11/I beim Instandsetzungsbataillon 110 und 2/I beim Fernmeldebataillon 110. Die 1980 aufgestellte Ausbildungskompanie 7/7 in Ahlen bildete Nachschubsoldaten und Militärkraftfahrer für das Nachschubbataillon 7 aus und wurde 1989 als 5.Kompanie eingegliedert (s.o.) Seit 1987 hatte sie Sicherungssoldaten ausgebildet.

In der aktuellen Planung werden von der Bundeswehr im Münsterland bis 2010 auf das Heeresfliegerregiment 15 in Bentlage, das Sanitätsregiment 22 in Ahlen und natürlich die Stabseinheiten des deutsch-niederländischen Korps in Münster sowie die Lehrgruppe B derHeeresunteroffiziersschule in Handorf übrig bleiben. Depots bleiben in Rheine, Ochtrup, Wulfen und Epe. Wenn das europäische Lufttransportkommando in Eindhoven/NL Wirklichkeit wird, hat mit dem Lufttransportkommando auch die letzte Lufwaffeneinheit das Münsterland verlassen. Fortbestehen wird auch eine einzigartige zentrale Einrichtung, die Sportschule der Bundeswehr in Warendorf, die sich seit 1978 dort befindet. Sie bietet zahlreiche Lehrgänge an, um Offiziere und Unteroffiziere für die Sportausbildung zu qualifizieren. Die Warendorfer Kaserne war vorher von verschiedenen Truppenteilen wie Raketenartilleriebataillon 150, Raketenartilleriebataillon 72, Panzerpioniekompanie 190 , 1./Fernmelderegiment 11 der Luftwaffe und von 1967 bis 78 vom Instandsetzungsbataillon 120 genutzt worden.

 


Anm.: Eine Legende zu den taktischen Zeichen findet sich in den Stationierungskarten Bundeswehr 2010 und Bundeswehr 1968 unter
"Grafiken und Fotos"

 

Autor: Jürgen Dreifke

jd@bw-duelmen.de