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AEmpfehlungen:

 

  Bekommen wir eine Bundeswehr 4.0?

 

 B-Reserve für den Heimatschutz

 

 FlaRakGruppe 21

 

 Fakten Bundeswehr aktuell

 

 60 Jahre Bundeswehr im Münsterland

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Heer im Wandel

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Nachrichtenecke

-In der SPD-Fraktion scheint sich eine Mehrheit für die Einführung bewaffneter Drohnen unter strengen Einsatzauflagen abzuzeichnen.

-Generalinspekteur Zorn hat die Frage aufgeworfen, ob die hochtechnisierten und digitaliserten Waffensysteme die erforderliche Robustheit für ein Gefecht aufweisen.

- Die Luftwaffe hat in Kalkar/ Uedem ihr Weltraumlagezentrum zur Beobachtung  des Weltraumverkehrs und der eigenen Satelliten vorgestellt.

- Die Beschaffung eines schweren Transporthubschraubers als Nachfolger der CH 53 G verzögert sich, weil die Angebote der US-Hersteller der in Frage kommenden Modelle CH 53 K bzw. CH 47 vom BAAIN (Beschaffungsamt) als zu teuer und unwirtschaftlich bewertet werden.

- 120.000 neue Sturmgewehre, vermutlich  MK556, will das BMVg von der Fa.Haenel in Suhl beschaffen. Man erwartet juristische Schritte des unterlegenen Anbieters Heckler & Koch, der bisher mit G 3 und G 36 dieses Segment bei der Bw bedient hatte.

-Im Juli 2020 hat die  Bundeswehr wieder die Personalstärke 185.000 erreicht.

 

 

 

100 plus B:

Modellvorschlag für 100.000 Reservisten in einer Beorderung plus zusätzlichen nicht beorderten „B- Reservisten“, die sich durch die Freiwillige Reservistenarbeit qualifiziert  haben und als Personalpool zur Unterstützung für andere Einheiten und den Heimatschutz zur Verfügung stehen.

A 400 M:Transportflugzeug von Airbus

ABM-Vertrag: 1972 geschlossenes Abkommen zur Begrenzung der Systeme zur Abwehr von Interkontinentalwaffen, um die gegenseitige Vernichtungsfähigkeit als Grundlage gegenseitiger Abschreckung sicherzustellen. Nach 9/11 stiegen die USA aus. Die Stationierung von Raketenabwehrsystemen in Polen und Rumänien wird als nicht gegen das strategische Potential Russlands gerichtete Maßnahme deklariert, was Russland bezweifelt. In der NATO wird eine Flugkörperabwehr gegen ballistische Raketen in Europa projektiert. Diese könnte sich auf AEDIS-Flugabwehrkreuzer der US-Navy und taktische Luftverteidigungssysteme wie modernisierte PATRIOToder das geplante deutsche TVLS etc. stützen. Auch die auf Luftverteidigung optimierten drei Fregatten der Sachsen-Klasse wurden gelegentlich als Sensoren ins Gespräch gebracht.

AESA: Active Electronically Scanned Area, neues Mehrzweckradar für Eurofighter

Allgemeine Reserve:  Gesamtheit aller Reservisten, die sich nicht in einem Beorderungsverhältnis befinden. Voraussetzung ist, dass sie in der Bundeswehr gedient haben.

Amtshilfe: im Grundgesetz Artikel 35 vorgesehene Hilfeleistungen der Bundeswehr zur Unterstützung ziviler Behörden in Notlagen auf deren Anfrage. Die Federführung bleibt dabei bei den zivilen Behörden

Armata T 14: Neuer russischer Kampfpanzer mit hohem Automatisierungsgrad. Der Turm ist unbemannt, die dreiköpfige Besatzung sitzt in einer besonders geschützten Sektion nebeneinander im Frontbereich.

Autonome Waffensysteme: Waffensysteme, die aufgrund digitaler künstlicher Intelligenz den Waffeneinsatz auch ohne menschliche Befehle und Entscheidungen  in automatisierten Abläufen durchführen können. Diese wäre zum Beispiel bei Drohnen der Fall, die sich ihre Zielobjekte in der Einsatzzone selbstständig suchen und diese ohne Feuerleitung durch einen Bediener bekämpfen. Einen autonomen Feuerkampf gab es auch schon als Modus des Flugabwehrraketensystems PATRIOT gegen Massenangriffe mit automatisierter Zielbekämpfung in ausgewählter Reihenfolge nach rechnerischer Risikobewertung. Denkbar wären auch unbemannte Artilleriesysteme, die sich zeitweise autonom im Gelände bewegen und den Feuerkampf aufgrund der Ergebnisse von vernetzten Sensoren und Waffenrechnern führen. Davon abgrenzen muss man Systeme, die sich nach dem „Fire and Forget“ -Prinzip nach Zielzuweisung durch den Menschen selbstständig in das Ziel steuern.

Avantgard: in Russland in Einführung befindlicher Hyperschall-Gleitflugkörper, der mit Interkontinentalraketen in die Stratosphäre verbracht wird und mit nuklearer oder konventioneller Bestückung mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit in variablen, schwer zu ortenden und bekämpfenden Flugbahnen Ziele ansteuern kann.

Avionik: Sammelbegriff für die elektronische Ausrüstung von Flugzeugen, die für den Flugbetrieb und Einsatz notwendig ist.

Beorderung: Eine Beorderung bedeutet in der heutigen Bundeswehr  die Einplanung eines Reservisten nach freiwilliger Meldung auf einem Reservedienstposten, auf dem er mit seiner Zustimmung und der Zustimmung des Arbeitgebers auch Reservedienstleistungen (Wehrübungen) erbringen kann. In der alten Bundeswehr waren Beorderungen Teil der Wehrpflicht und nicht an Freiwilligkeit gebunden. In einer Beorderung können Reservedienst-leistende auch Lehrgänge als Grundlage von Beförderungen absolvieren. Dienstgradkarrieren sind nur mit Beorderung oder als Zeitsoldat möglich. Dies unterscheidet beorderte Reservisten von den Freiwillig Wehrdienstleistenden in der Truppe und den künftigen Freiwilligen im Heimatschutz. Grundsätzlich beorderungsfähig ist ein Reservist, wenn er nach Alter und Gesundheits-zustand die notwendigen Voraussetzungen mitbringt. Dazu muss dann aber noch die freiwillige Dienstbereitschaft und durch Ausbildungs- und Tätigkeits-nachweise passende Qualifikation für die jeweiligen Dienstposten kommen.

BMVg: Bundesministerium der Verteidigung in Berlin und Bonn.

CH 53 G: mittlerer Transporthubschrauber des US-Herstellers Sikorsky, seit 1973 bei der Bundeswehr

CIR: Kommando Cyberinformationsraum, u.a. Fernmeldekräfte, Cyberspezialkräfte,  strategische  Aufklärung und Militärgeographie (MilGeo)

Counter Daesh: UN- Mandatierter Einsatz gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak. Die Bundeswehr ist noch mit Tankflugzeugen beteiligt, hat aber die Aufklärungstornados mittlerweile aus Jordanien abgezogen.

Dein Jahr für Deutschland: Jüngste Initiative des BMVg für einen freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz analog zu anderen sozialen Freiwilligendiensten. Freiwillige sollen ab 2021 eine siebenmonatige Grundausbildung und Spezialausbildung absolvieren und dann in den Folgejahren zu Reservedienstleistungen im Heimatschutz mit einer Gesamtdauer von insgesamt fünf Monaten hinzugezogen werden. Ein Auslandsdienst ist nicht vorgesehen. Die Freiwilligen bleiben in Mannschaftsdienstgraden und werden vor allem für die RSU-Kräfte ein planbares Personaltableau bilden.

Dienstliche Veranstaltung (DVag) – kurze meist eintägige militärische Veranstaltung mit militärischen Themen und Ausbildungen im Rahmen der Freiwilligen Reservistenarbeit, bei der die freiwilligen Teilnehmer eine Zuziehung des Landeskommandos erhalten und beim Erscheinen den Status eines Soldaten haben und bis zum Ende der Veranstaltung zur Teilnahme verpflichtet sind. Ein vom Landeskommando ernannter Leitender nimmt die Rolle eines Vorgesetzten wahr. Der Zuziehung zu einer DVag folgt man freiwillig, während eine Einberufung verbindlich wäre. Allerdings erfolgen Zuziehungen nur auf vorherige Anmeldung und unentschuldigtes Fehlen wird zunehmend von den Landeskommandos sanktioniert. Eine besonders häufige Form von DVag sind Schießen mit Handwaffen der Bundeswehr, aber auch Märsche und Übungswettkämpfe. Ab dem 65. Lebensjahr können Reservisten nicht mehr zugezogen werden, sie können aber noch Einladungen zur Teilnahme erhalten.

Einberufung: Mit der Einberufung wird ein Bürger auf gesetzlicher Grundlage in den Status eines Soldaten versetzt und zu einer Dienstleistung in der Bundeswehr herangezogen. Seit Aussetzung der Wehrpflicht gilt dies im Frieden nur noch auf freiwilliger Grundlage. Dies gilt auch für die Einberufung von Reservisten. Nach Verkündung eines Verteidigungsfalles sind Einberufungen verbindlich. Das Thema wird in Publikationen allerdings derzeit ziemlich gemieden.

DivSKr:  Division schnelle Kräfte u.a. mit zwei Fallschirmjägerregimentern , Hubschraubern

DP: Dienstposten

Enhanced Forward Presence: Im Rahmen der Rückversicherung der östlichen NATO-Partner präsente NATO-Bataillone mit verteilter Verantwortung: Polen (USA), Litauen (D),Lettland (CA); Estland (UK). Außerdem bestehen Vorbereitungsstäbe zur Aufnahme von Verstärkungen in den baltischen Staaten, Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien

Ergänzungstruppenteile:  17 nicht aktive Bataillone oder Kompanien, die in die aktiven Truppenstruktur eingebunden sind und beorderte Reservisten für den Einsatz der jeweiligen Waffengattung ausbilden. Diese Reservisten können Soldaten in den aktiven Einheiten ersetzen. Die meisten Ergänzungstruppen-teile verfügen über kein eigenes Gerät und können nur Personal stellen.

EUNAVFOR MED IRINI: Nachfolgemission von „SOPHIA“ zur maritimen Überwachung des Waffenembargos gegen die Bürgerkriegsparteien in Libyen.

F 125:  Fregatte 125 Baden-Württemberg-Klasse, vier in Zulauf

F 18: US-Marinejagdbomber, Entwurf aus den 70er Jahrfen, wurde ständig weiterentwickelt und nachbeschafft, die "Super Hornet" wird von der US-Navy noch bis 2040 geflogen.

Fähigkeitsprofil: Planungspapier des BMVg,  das detailliert beschreibt, welche Fähigkeiten die Bundeswehr künftig erbringen soll und wie die Kapazitäten künftig ausgestaltet sein sollen. Das letzte Fähigkeitsprofil von 2018 für die Planung bis 2031/2 wurde nur in Grundzügen der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Es sieht u.a. eine Wiedererlangung der Verteidigungsfähigkeit mit drei voll ausgerüsteten Heeresdivisionen vor. Das Fähigkeitsprofil ist eine Vorgabe, die aber vom Bundestag mit entsprechenden Finanzmitteln unterlegt werden muss und insofern mit vielen Unwägbarkeiten behaftet ist.
FCAS: Future Combat Air System, deutsch-franz. Kampflugzeugprojekt für die 2040er  Jahre

Feldersatz: Reservisten in Feldersatzeinheiten, die der aktiven Truppe in den Einsatz folgen und im Einsatzgebiet schnell ausgefallene oder erschöpfte Soldaten ersetzen können.Davon sind die heute nicht mehr bestehenden zahlreichen (Wehrleit-) Ersatzbataillone früherer Strukturen zu trennen, die an verschiedenen Standorten im Heimatgebiet mobilisiert worden wären und erst mit Zeitverzögerung den Personalersatz für die Feldersatzeinheiten im Kampfgebiet organisieren und zuführen sollten. Die Existenz dieser Einheiten berührte das gern verdrängte Thema von Tod und Sterben im Krieg. Die in diesem Papier vorgeschlagenen regionalen Unterstützungsbataillone wären nur bedingt mit diesen Einheiten vergleichbar, da sie nicht dem Ersatz von ausgefallenem Personal, sondern der Zuführung von B-Reservisten zu Einsatzorten dienen sollen, wo es keine oder kaum Soldaten gäbe. Sie wären gewissermaßen ein Personalpool, um Lücken zu schließen, für die es bisher keine Vorsorge gab.

Freiwillig Reservistendienstleistende: Sie habe sich freiwillig für eine Beorderung auf einem Reservistendienstposten gemeldet.
Freiwillig Wehrdienstleistender (FWDL): Nach der Aussetzung der Wehrpflicht wurde mit der Bundeswehrplanung 2011 die Möglichkeit eingeführt, als Freiwillig Wehrdienstleistender 7- 23 Monate in der Bundeswehr als Mannschaftsdienstgrad zu dienen. Ursprünglich waren bis zu 15.000 freiwillig Wehrdienstleistende vorgesehen. Das Ist bewegt sich bei etwa 8000- 9000. Sie gehören zum Präsenzbestand der Bundeswehr, der sich zu Zeit um 184.000 -185.000 bewegt. Deshalb sind auch Auslandseinsätze im Unterschied zu dem neuen Freiwilligendienst im Heimatschutz möglich. Der Sold liegt mit ca. 1500 € im Niveau zwischen dem der ehemaligen Wehrpflichtigen und dem Einstiegssold der Soldaten auf Zeit. In den ersten sechs Monaten gibt es eine Probezeit, in der beide Seiten über eine Beendigung des Dienstes entscheiden können.  Dienstzeiten ab 24 Monaten sind nur mit dem Status Zeit- bzw. Berufssoldat vorgesehen.

Freiwillige Reservistenarbeit: Angebot an alle Reservisten, auf freiwilliger Grundlage an Veranstaltungen der militärischen Förderung oder sicherheitspolitischen Arbeit teilzunehmen. Dieses Angebot ist unabhängig von einer Beorderung. Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. ist vom Bundestag mit der Freiwilligen Reservistenarbeit betraut und wird dabei von Reservistenfeldwebeln der Landeskommandos unterstützt. Für die Teilnahme erhalten die registrierten Nutzer des Angebots eine Uniformgrundaustattung .

Frieden: s. Anmerkung unter dem Beitrag „Krise und Krieg.“

Funktioner:  Kurzform für Funktionspersonal, das den Ablauf einer Veranstaltung der militärischen Förderung sicherstellt und in der Regel nicht selber an den Ausbildungen und Übungen teilnimmt, aber oft in der Rolle als Leiter einer Station oder Schiedsrichter Kenntnisse und Fertigkeiten anwendet und erweitert und dabei auch Kooperation und Teamgeist nachweist.

FWDL: freiwillig Wehrdienstleistende

Gb: Gebirgs-. Die Brigade 23 bei der 10.Panzerdivision ist die Heimat der Gebirgsjäger.

GI: Der Generalinspekteur ist als oberster Soldat der Bundeswehr der erste Berater der Bundesregierung. Er trägt die Planungsverantwortung für die Streitkräfte.

Grundbeorderung:  Künftig sollen aus der Bundeswehr ausscheidende Soldaten noch sechs Jahre für eine Beorderung zur Verfügung stehen. Sie sollen in Reservedienstleistungen weitergebildet werden, die aber im Frieden* freiwillig bleiben. Das Vorhaben wurde vom BMVg als Strategie der Reserve verkündet.

Heimatschutz: Maßnahmen zur militärischen Sicherung von Räumen und Objekten auf deutschem Staatsgebiet. Der Begriff war in den 60er Jahren entstanden und bezog sich auf die Aufstellung von Reserveverbänden für Sicherungs- und Kampfaufträge im Hinterland der an der innerdeutschen Grenze aufgereihten NATO-Korps in der Vorneverteidigung. Damals sollte der Heimatschutz die Operationsfähigkeit der NATO – Kräfte sicherstellen. Heimatschutz gehörte und gehört zu den territorialen Aufgaben und ist nur eine Teilaufgabe der viel umfassenderen Landes-/Bündnisverteidigung, die den eigentlichen Beitrag zum Schutz der Heimat durch Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit leistet!  In der jüngeren Vergangenheit wurde der Heimatschutz meist als Katastrophenhilfe verstanden. Die Rückbesinnung auf den militärischen Gehalt des Begriffs zu fördern ist Absicht dieses Papiers!

Host Nation Support: Unterstützung für verbündete Streitkräfte auf dem eigenen Staatsgebiet. Für das Transitland Deutschland als Drehscheibe der Unterstützung spielen vor allem RSOM-Leistungen für Verstärkungskräfte eine wichtige Rolle: Reception (Aufnahme) Staging (Unterbringung) Onward Movement (Weiterleitung).

Hybride Kriegführung: Einwirkungen eines Aggressors auf einen fremden Staat und Gesellschaft mit dem Ziel der Zermürbung und Destabilisierung vor dem eigentlichen bewaffneten Einsatz: z.B. durch offene oder verdeckte Propaganda, Desinformation durch Medien und im Netz, Störaktionen im Cyberraum, Aufwiegelung unzufriedener oder extremistischer Minderheiten, Geheimdienstaktionen, Anschläge auf Personen und Objekte, Einsatz irregulärer paramilitärischer Kräfte und von Spezialeinheiten. Als höchste Stufe der Eskalation  kann der Übergang zur offenen kriegerischen Aggression folgen.

INF-Abkommen: Es sah die Vernichtung aller landgestützten nuklearen Lenkwaffen im Reichweitenspektrum von 500 – 5000  km in Europa nach 1987 vor. Die see- und luftgestützten Systeme waren immer ausgeklammert, so dass der Vertrag trotz aller Euphorie nie ein Ende der nuklearen Bedrohung in Europa sicherstellte.  Die USA und Russland haben das Abkommen 2019 verlassen. Nach westlicher Sicht hat Russland mit der Einführung des Marschflugkörpers SSC-8 die Vereinbarungen verletzt. Das Abkommen bezieht sich nicht auf nukleare Sprengköpfe, sondern auf die Trägermittel. Russland sieht einen amerikanischen Verstoß in der landgestützten Version der Startgeräte für die Raketenabwehr in Rumänien. Beide Seiten verweisen auch auf die chinesischen Systeme und die Proliferation in anderen Staaten.
Während die USA und Russland ihre Systeme qualitativ verbessert, aber quantitativ abgebaut haben, hat China einen großer Nachholbedarf, mit den alten Weltmächten quantitativ mitzuhalten, und  kaum Interesse an strategischer Rüstungsbegrenzung .

Iskander: taktisches mobiles nuklearfähiges russisches Raketensystem im Reichweiten-spektrum bis 500 km. Wird wegen der Stationierung im Raum Königsberg als Risiko für die Hauptstädte Berlin, Warschau und die NATO-Unterstützung für die baltischen Staaten gesehen.

Joint: In der  NATO üblicher Standard von teilstreitkraftübergreifenden und national gemischten Operationen mit den Führungsgrundgebieten  J-1 Personal und Verwaltung,  J-2 Militärisches Nachrichtenwesen,  J-3 Führung laufender Operationen   J-4 Logistik  J-5 Planung von Operationen  J-6 Führungsunterstützung  J-7 Ausbildung   J-8 Haushalt und Finanzen,  J-9 Zivil-militärische Zusammenarbeit. Der Generalinspekteur plant auf dieser Grundlage ein Joint-Kommando für Landoperationen in Münster. Vor dem Hintergrund des Joint-Denkens in Verbünden stehen die klassischen Organisationsformen in den TSK etwas in Frage.

K 130: Korvette 130, hochseefähiger Schiffstyp für den Einsatz in Küstennähe, 5 vorhanden plus 5 Nachbauten in Zulauf

Kaderverband: Truppenteil, der aus einem Kern von aktiven Soldaten bestehen und erst durch Reservisten voll einsatzfähig wird. In der Regel ist ein Kaderverband mit eigenem Gerät ausgestattet.

KI: Die Informatik versucht durch Künstliche Intelligenz Entscheidungsabläufe des menschlichen Gehirns in digitalen Systemen nachzuahmen. Das Niveau der KI ist davon abhängig, inwieweit die eingegeben Algorithmen nur menschliche Denkabläufe imitieren oder Lernprozesse der Maschine möglich sind. KI ist nicht nur Grundlage autonomer Waffensysteme, sondern auch notwendig für die Auswahl von Informationen in der Datenflut von Führungsinformationssystemen und für autonomes Fahren oder Fliegen. In Deutschland ist die Kritik wegen der reduzierten Rolle des Menschen besonders ausgeprägt.

Kombattanten: Kämpfer, die in einer soldatenähnlichen Rolle unter einem militärischen Kommando in einem kriegerischen Konflikt zum Einsatz kommen und das Recht haben, Waffen einzusetzen , in Abgrenzung von zivilen Ordnungskräften wie zum Beispiel Polizisten. Kombattanten stehen unter besonderem völkerrechtlichen Schutz. Das Völkerrecht hat angesichts der Erfahrungen des II. Weltkrieges und der Bürgerkriege nach 1945 den Kombattantenbegriff ausgedehnt.

Kommando Territoriale Aufgaben: Dieses Kommando entstand mit der Bundeswehrreform 2011 in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin. Es untersteht der Streitkräftebasis und trat an die Stelle der vier ehemaligen Wehrbereichskommandos. Es trägt die zentrale Verantwortung für die Wahrnehmung der territorialen Aufgaben durch die Bundeswehr auf deutschem Staatsgebiet. Ihm unterstehen 15 Landeskommandos zur Umsetzung dieser Aufgaben in den Bundesländern. Zur Vielfalt der Aufgaben gehört u.a. die Koordination von Hilfeleistungen bei Katastrophen. Das Kommando Territoriale Aufgaben hat ab einer bestimmten Alarmierungsstufe Zugriff auf alle Kräfte der Bundeswehr, um den Hilfeauftrag wahrzunehmen. Ihm unterstehen auch das Wachbataillon in Berlin und die Truppenübungsplätze.

Krise und Krieg: Terminologie mit der jener Zustand nach dem Verkündigung des Verteidigungsfalls durch den Bundestag beschrieben wird, in dem die Befugnisse der Bundeswehr erweitert werden. Krise beschreibt den Spannungsfall vor Ausbruch von offenen Kampfhandlungen. Der Terminus Frieden wird in diesem Zusammenhang als Rechtszustand  verstanden, dessen Erhaltung natürlich als oberstes Gebot selbstverständlich ist. Das Szenario des hybriden Krieges (s.o) erschwert die Definition des Verteidigungsfalles und eine klare Trennung der Übergänge von Frieden zur Krise und zum Krieg.

Kritische Infrastruktur: wichtige Einrichtungen zum Fortbestand einer funktionsfähigen Gesellschaft und Wirtschaft, z.B. Versorgungsbetriebe, Verkehrswege und Kommunikationsmittel, Energieanlagen, Finanzwesen etc.

KSE: 1992 in Kraft getretenes sehr komplexes Abkommen der Teilnehmerstaaten der Konferenz über Sicherheit in Europa zur Reduktion der konventionellen Waffen in Europa mit besonderer Regeln für die Konzentration von Waffen und Kräften in den verschiedenen Regionen. Insgesamt führte es zum tatsächlichen Abbau der Arsenale an Kampfpanzern, Artillerie, gepanzerten Kampfahrzeugen, Kampfflugzeugen und Angriffshubschraubern. Die noch relativ großzügigen Obergrenzen für Systeme und regionale Konzentrationen wurden umgesetzt. Regeln der Verifikation werden trotz ständiger Infragestellung durch fehlende Ratifizierungen, zeitweilige Aussetzungen und Ausstiege sowie  Dissens über Anpassungen auch eingehalten. Die Obergrenzen orientieren sich allerdings noch an den überholten Umfängen aus der Zeit der Konfrontation NATO und Warschauer Pakt und müssten den Realitäten der Gegenwart angepasst werden, was durch die Verschlechterung des Verhältnisses zu Russland  nach der NATO-Ausweitung und der Annexion der Krim  gegenwärtig nicht möglich ist.

KSK: Kommando Spezialkräfte, untersteht der Division schnelle Kräfte

KVK/BVK: In Deutschland bestehen ber 30 BVK in den Regierungsbezirken und weit über 400 KVK in den kreisfreieen Kommunen und Landkreisen. die mit Reserveoffizieren und –unteroffizieren besetzt sind und bei Bedarf die zivilmilitärische Zusammenarbeit bei Landkreisen, kreisfreien Städten und Bezirksregierungen koordinieren. Sie ersetzen in Teilgebieten die Aufgaben der bis 1994 aufgelösten Verteidigungskreiskommandos und 2006 aufgelösten Verteidigungsbezirkskommandos, deren Schwerpunkt aber der militärische Heimatschutz war. Diese Verbindungskommandos beraten  u.A:über die Fähigkeiten  der Bundeswehr zur Amtshilfe 

Landeskommando: Mit der Bundeswehrreform 2001 wurde in jedem Bundesland eine Kommandobehörde eingerichtet, die seit der Auflösung der ehemaligen Verteidigungsbezirkskommandos um 2006 für alle territorialen Aufgaben, u.a. Reservistenarbeit und zivilmilitärische Zusammenarbeit, zuständig ist. In Berlin wird die Rolle des Landeskommandos vom Kommando Territoriale Aufgaben wahrgenommen, ein eigenes Landeskommando für die Hauptstadt ist aber in Planung.

Landesregiment: Ein auf Betreiben des Reservistenverbandes verfolgtes Projekt zur Verbesserung des Heimatschutzes. Es besteht ein Pilotverband in Bayern mit einem Stab, drei RSU-Kompanien und einer Unterstützungskompanie mit speziellen Fähigkeiten. Das neue Landesregiment in Bayern verfügt in Wildflecken über eine eigene Infrastruktur, Ausstattung und Fahrzeuge. Theoretisch beinhaltet die Planung; je ein Regiment in unterschiedlicher Größenordnung bei jedem der 15 Landeskommandos aufzustellen.

Le Ustg-/SAR: leichter Unterstützungshubschrauber für spezielle Transportaufgaben: KSK-Kommandoeinsätze, bewaffnete Luftrettung, Marinespezialkräfte und Suchrettung (SAR)

LL: Luftlande~, eine Brigade bei der Division schnelle Kräfte
Mannschaften: Soldaten unterhalb des Dienstgrades Unteroffizier, in der Regel im Rang eines Gefreiten. Das Spektrum reicht dabei bis zum Oberstabsgefreiten.

MGCS: Main Ground Combat System, deutsch-franz. Kampfpanzerprojekt, Nachfolger Leo II

MHbr: Marinehubschrauber als a) Bordhubschrauber auf Fregatten und b)  für landgestützte Seenotrettung und maritime Transportaufgaben

Militärische Förderung: eine der Säulen der Freiwilligen Reservistenarbeit mit zahlreichen militärischen Aktivitäten und Ausbildungen. Die andere Säule ist die Sicherheitspolitik und Öffentlichkeitsarbeit. Militärische Förderung kann zum Beispiel Schießen mit Handwaffen, Ausbildung an militärischen Gerät, Übungen im Gelände, Märsche, Themen wie Fernmeldedienst, Beobachten und Melden, Ersthilfe, Kampfmittelkunde, Verhalten im Einsatz etc. umfassen.

MINUSMA : Die größere der beiden Mali-Missionen, an denen die Bundeswehr beteiligt ist. MINUSMA ist eine Stabilisierungsmission der UN. Die EU verantwortet zusätzlich die Trainingsmission EUTM.

Mittlerrolle: Reservisten sollen aufgrund ihrer militärischen Erfahrung und verwurzelt in Beruf und Familie Kenntnisse über die Bundeswehr und Sicherheitspolitik in der Gesellschaft vermitteln und zu einem Austausch zwischen Militär und zivilen Bürgern beitragen.

MKS 180: Mehrzweckkampfschiff 180, Fregattenprojekt mit modularer Ausstattung, Zulauf ab 2027, 4 – 6 geplant,  künftiger Ersatz der Fregatten Klasse 123

MoTaKo: mobile taktische Kommunikation, Fernmeldegerät für den Gefechtseinsatz

MPA: Maritimes Patrouillenflugzeug für Aufklärung und U-Bootjagd, zur Zeit Orion P 3

NDV/KWS: Nutzungsdauerverlängerung/Kampfwertsteigerung von älteren Systemen, um diese noch eine Weile nutzen zu können oder sogar im Einsatzwert zu verbessern
nicht aktiv: Nicht aktive Truppenteile bestehen fast nur aus Reservisten. In  früheren Strukturen verfügten sie auch über eigenes Gerät, das gelagert und gewartet wurde. Dies ist heute vielfach nicht mehr der Fall, wird künftig aber wieder angestrebt.

Nukleare Teilhabe: Seit Jahrzehnten gängiges Verfahren zur Einbindung von nichtnuklearen NATO-Staaten in die nukleare Planung und Einsatzstruktur durch die USA. Die USA lagern nukleare Gefechtsköpfe in den Partnerstaaten, die wiederum Trägerwaffen bereitstellen, um diese Sprengsätze nach Freigabe durch die USA ins Ziel bringen zu können. Im Augenblick werden für die nukleare Teilhabe nur Flugzeuge genutzt, da die NATO ihre taktischen Raketen und Nuklearartillerie abgebaut hat. Es gibt prinzipiell keine offiziell bestätigten Details zur nuklearen Teilhabe, aber aufgrund zahlreicher Fakten kann man als gegeben annehmen, dass Deutschland mit dem Taktischen Luftwaffengeschwader 33 in Büchel an der nuklearen Teilhabe beteiligt ist. Die ab 2025 beginnende Außerdienststellung des Kampfflugzeugs Tornado macht wegen der nuklearen Teilhabe die überfällige Nachfolgeentscheidung zu einer brisanten politischen Streitfrage in der Bundespolitik.

Op LwHQ: operatives Luftwaffenhauptquartier -> Kommando Luftoperationen Kalkar

Open Skies: Das 1992 geschlossene Abkommen „Offener Himmel“ erlaubt  den Beitritts-staaten regelmäßige Aufklärungsflüge über dem Gebiet der anderen Teilnehmerstaaten. Die Bundeswehr hatte erst in jüngster Zeit einen für diese Zwecke umgerüsteten Airbus erhalten, der die Lücke einer durch Absturz im Süden Afrikas verlorenen Maschine nach mehreren Jahren endlich füllen sollte. Der Vorteil dieser Aufklärungsflüge gegenüber der
Satellitenaufklärung besteht darin, dass unter den 34 Teilnehmerstaaten die Verpflichtung besteht, die Aufklärungsergebnisse gegenseitig mitzuteilen und Unstimmigkeiten in einem Kommunikationsprozess zu klären. Die USA verlassen im November 2020 das Abkommen.

Operative Einheiten: einsatzfähige bewegliche Truppenteile, welche im Kampf oder zur Kampfunterstützung eingesetzt werden können.
OrgBer: Organisationsbereiche Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst, Kommando Cyberinformationsraum

PATRIOT: Flugabwehrraketensystem aus den USA, seit 1989 bei der Bundeswehr

PEGASUS: Projektname für die weiträumige fliegende elektronische Aufklärung, nach zwei gescheiterten Drohnenlösungen (Global Hawk, Triton) sind nun drei 2019 eingeführte Flugzeuge  Global 6000 als Träger vorgesehen

Personalreserve: Zur Truppenreserve gehörende Reservedienstleistende, die in einer Beorderung stehen, um bei Bedarf unbesetzte Dienstposten ausfüllen zu können, z.B. im Falle von dienstlich oder persönlich bedingten Ausfallzeiten. Häufig wird dafür auch der Begriff der Spiegeldienstposten verwendet. Für die Truppenreserve und der darin enthaltenen Personalreserve ist auch der Begriff Verstärkungsreserve in Verwendung, um sie von der Territorialen Reserve abzugrenzen.

PESCO: Die EU  will im Rahmen der gemeinsamen strukturierten Zusammenarbeit eine Summe neuer Kooperationsvorhaben unter dem Dach von PESCO auf den Weg bringen und einen europäischen Verteidigungsfond begründen. Dabei handelt es sich nur zum Teil um Systeme zur Waffenwirkung, sondern mehr zur Steigerung von Unterstützungsleistungen, vor allem für die Logistik und Führungsunterstützung. Hier ist großer Entwicklungsbedarf bei der Kooperation. Allerdings waren die deutschen Anteile für PESCO noch nicht im Haushalt 2019 unterlegt.

Proliferation: Weitere Verbreitung von nuklearen Sprengköpfen und Trägerwaffen  über die im Atomwaffenstaaten definierten  klassischen Kernwaffenstaaten hinaus

Rahmennation (Lead Nation) In der NATO offizielles und maßgeblich von Deutschland betriebenes Vorhaben, bei dem die großen Nationen als Lead Nation mit ihren umfangreicheren, aber auch nicht mehr kompletten Streitkräften Andockmöglichkeiten für die kleineren Staaten bieten und diese sich mit ihren verbliebenen Fähigkeiten einbringen. Diese können u.a. auch Spezialfähigkeiten sein. Ein besonders ausgeprägtes Beispiel ist die deutsch-niederländische Kooperation, bei der die noch verbliebenen niederländischen Heereskräfte dem deutschen Heer unterstellt wurden und umgekehrt kleine amphibische Kräfte der Marine und die Reste der Nahbereichsflugabwehr der Luftwaffe bei niederländischen Kommandos eingebunden wurden.

Reservistendienst (-leistung): Dieser Begriff hat den alten Begriff Wehrübung abgelöst.


Reservistenfeldwebel:  aktive Soldaten, die im Auftrag des Landeskommandos die Reservistenarbeit in Zusammenarbeit mit dem Reservistenverband in einer Region organisieren und die Unterstützung der Bundeswehr sicherstellen. Sie sind zum Beispiel dafür verantwortlich, dass militärische Ausrüstung und Verpflegung zur Verfügung stehen. Besonders sensibel ist die Bereitstellung von Waffen für Ausbildungen und Übungen. Reservistenfeldwebel versenden auch Zuziehungen und Einladungen für DVag.

 

Resilienz: Synonym für „Widerstandsfähigkeit“. Die Resilienz einer Gesellschaft gegenüber Störungen, Katastrophen und Aggression war wichtiges Thema des vom BMVg formulierten Weißbuches 2016 und wurde in der Corona-Pandemie immer häufiger diskutiert.

Resolute Support: Aktuelle NATO-Mission in Afghanistan als Nachfolgeoperation von ISAF.


RSU: regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte, nicht aktiv

RSU-Kompanien: Die aus beorderten Reservisten bestehenden regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte gehören zur Territorialen Reserve und sollen zu Wach- und Sicherungsaufgaben und zu zivilen Hilfeleistungen herangezogen werden. Zurzeit sind 30 Kompanien aufgestellt. In Bayern wird in einem Pilotprojekt erprobt, RSU-Kompanien unter dem Dach eines Landesregiments zusammenzuführen.


Rückversicherung: Verschiedene Maßnahmen der NATO zur Abschreckung und Stabilisierung  an der Ostgrenze der Allianz: eFF = enhanced Forward Presence, gemischte Einsatzbataillone in Rotation mit einer Führungsnation - NRF= NATO Response Force, Eingreiftruppe Land, Luft, See  -  VJTF=Very High Readiness Joint Task Force, schnelle Eingreifbrigade - MNC NE = Multinationales Korps Nordost, Stettin


NFIU = Nato Force Integration Unit, kleine Vorbereitungsstäbe in 8  Staaten unter Führung  JFC Brunssum bzw. Neapel

OSZE: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa mit Sitz in Wien hat 57 Teilnehmerstaaten im Gebiet der NATO und des aufgelösten Warschauer Paktes. Die Ursprünge liegen in der 1973 zusammengetreten Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, deren Ergebnisse die Schlussakte von Helsinki 1975 war, und die 1995 in den heutigen Formen reorganisiert wurde. Hintergrund sind  die in der ersten Hälfte der 70er Jahre intensivierten internationalen Entspannungsbemühungen zur Erhaltung des Friedens und Etablierung von Konfliktlösungsmechanismen. Diese wurden institutionell analog zur NATO und UN ausgebaut, um Frieden in umfassendem Sinne zu bewahren und bei Konflikten zu friedlichen Regelungen zu gelangen. Praktische Bedeutung gewannen die OSZE-Beobachter bei der Überwachung von Wahlen und Waffenstillständen, während ihr politischer Beitrag zur Friedenssicherung trotz zahlreicher Regularien für Prozessmechanismen im Konfliktfall gering blieb und sie mehr als Konsultationsforum betrachtet werden sollte. NATO-Kritiker und -gegner haben die OSZE  in der Vergangenheit immer wieder als Alternative für die kollektive Sicherheit ins Gespräch bringen wollen.
Rüstungskontrolle: Durch zahlreiche Abkommen wurde während und nach dem Ost-West-Konflikt in unterschiedlichen Phasen der Versuch unternommen, eine Eskalation des Wettrüstens, vor allem der nuklearen Gefahren, zu verhindern. Rüstungskontrolle ist stark von der Interessenlage und den politischen Beziehungen der teilnehmenden Mächte, der technologischen Entwicklung und den Veränderungen im internationalen Kräftefeld abhängig. Staaten, die an der Rüstungskontrolle ursprünglich nicht beteiligt waren, schaffen oft neue Tatsachen, die den ursprünglichen Inhalt und Geist der Abkommen in Frage stellen. Genannt seien hier China, der Iran, Nordkorea, Indien, Pakistan, aber auch Israel. Die Motivation der Teilnehmerstaaten ist auch von innenpolitischen Entwicklungen abhängig. Rüstungskontrolle muss durch vereinbarte Kontroll- und Konsultations-mechanismen  „implementiert“ (umgesetzt) und „verifiziert“(überwacht) werden. Verträge müssen von den Parlamenten ratifiziert werden, sind nicht von dauerhafter Gültigkeit und bedürfen neuer Bestätigung oder Anpassung. Scheitert die Unterzeichnung oder Ratifizierung, bleibt es den Regierungen unbenommen, sich dennoch gemäß den Vereinbarungen zu verhalten, ohne dazu völkerrechtlich verpflichtet zu sein. Rüstungskontrollabkommen ohne Anspruch auf Vollständigkeit: nuklearer Teststopp, Nichtverbreitungsvertrag, KSE-Vertrag, Offener Himmel, START I-II, ABM-Vertrag,  INF-Abkommen, Weltraumvertrag …. In der Bundeswehr ist die militärische Expertise für Rüstungskontrolle  mit dem Zentrum für Verifikation (Überwachung) in Geilenkirchen planerisch abgebildet.

SA 300: Verschiedene Versionen eines leistungsfähigen russischen Flugabwehrraketen-systems gegen Flugzeuge, Marschflugkörper und ballistische Raketen.

SEA GUARDIAN: Maritimer NATO-Einsatz im Mittelmeer zur Seeraumüberwachung, Terrorbekämpfung und Kooperation mit Anrainerstaaten.

SEAD: Supression Enemy Air Defence,  Niederhalten der gegnerischen Flugabwehr

Sicherheitsüberprüfung: In verschiedenen Stufen kann der Militärische Abschirmdienst bei der Besetzung von Dienstposten überprüfen, ob der künftige Dienstposteninhaber die Gewähr dafür bietet, dass er seine Aufgaben loyal im Sinne der Rechtsordnung der Bundesrepublik und soldatischen Ordnung der Bundeswehr wahrnehmen wird.

Single Set of Forces: Grundsatz, dass es keine spezielle Klassifizierung von Truppen nur für NATO, EU oder UN geben darf, sondern alle Einsätze aus einer einzigen Organisationsstruktur heraus erbracht werden. Im künftigen Fähigkeitsprofil sollen alle Einheiten über eine vollständige Grundausstattung verfügen, die durch spezielle Missionspakete für bestimmte Einsatzformen angepasst werden kann.

SKB: Streitkräftebasis

Standortälteste: vom Kommando Territoriale Aufgaben und den Landeskommandos bestimmte Truppenkommandeure, die für ihren Standort und einem dazugehörenden Bereich für die Sicherheit der militärischen Liegenschaften, Ordnungsaufgaben und zivilmilitärische Zusammenarbeit als Nebenaufgabe zuständig sind.

START: (Strategic Arms Reductions Talks) Verschiedene Abkommen seit 1972 zwischen den USA und der Sowjetunion/Russland über den Abbau der strategischen interkontinentalen Nuklearwaffen mit denen sie sich gegenseitig  bedrohen können. Der 1993 geschlossene, aber erst 2010/2011 gegenseitig ratifizierte START II-Vertrag reduzierte die Zahl der landgestützten Interkontinentalraketen mit Mehrfachsprengköpfen. Beide Seiten vereinbarten eine Reduzierung der stationierten Gefechtsköpfe auf 3000/3500, eine Vernichtung oder ein Verbot der Lagerung der abgebauten Gefechtsköpfe wurde nicht vereinbart. Start II läuft 2020 aus, ohne dass ein Nachfolgeabkommen in Aussicht ist.

strategisch: militärische Entscheidungen, Operationen und Waffensysteme, die das gesamte Territorium und Potential der Konfliktgegner einbeziehen.

sTrspHbr: schwerer Transporthubschrauber als Nachfolger der CH 53 G, zwei US-Modelle in Auswahl : Boeing Chinook und Sikorsky Sea Stallion

Suwalki-Korridor: Die nur 60 km breite Verbindungszone zwischen Polen und Litauen wird als Achillesferse der NATO im baltischen Raum gesehen.

taktisch: militärische Entscheidungen, Operationen und Waffensysteme, die nur das unmittelbare Geschehen auf dem Gefechtsfeld betreffen. Die Trennung taktisch und strategisch ist bei Nuklearwaffen wegen der verheerenden Auswirkungen fragwürdig. Bei Krisenstabilisierungsoperationen kann auch die Fehlentscheidung eines taktischen Führers
strategische Auswirkungen haben, wenn die Stimmung im ganzen Lande dadurch kippt.


Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche: Neben die klassischen Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine traten in dem Umbauprozess der letzten beiden Jahrzehnte die Organisationsbereiche Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst und zuletzt das Kommando Cyberinformationsraum. Dies bedeutete eine organisatorische Umverteilung der Aufgaben, aber keine quantitative Aufstockung. Die Streitkräftebasis mit dem Streitkräfteunterstützungskommando in Bonn bündelt eine Reihe von teilstreitkraftgemeinsamen Aufgaben im Grundbetrieb und Einsatz (z.B.Logistik, Feldjäger, ABC-Abwehr, Truppenübungsplätze, Kraftfahrwesen und territoriale Aufgaben) Der Inspekteur der Streitkräftebasis ist oberster nationaler Befehlshaber für das deutsche Territorium – nicht für den Einsatz der Bundeswehr(!), was zuletzt in der Pandemiehilfe deutlich wurde.

Territoriale Aufgaben: Dazu gehören eine Vielzahl von Unterstützungsleistungen auf deutschem Territorium für die Wahrnehmung des Verteidigungsauftrages der Bundeswehr und Partnerstreitkräfte und für den Grundbetrieb der Bundeswehr: Heimatschutz, Katastrophenhilfe, Zivilmilitärische Zusammenarbeit, Reservistenarbeit, militärischer Ordnungsdienst, Truppenübungsplätze etc.


Territoriale Reserve – bei den RSU-Kräften, BVK/KVK und in Stützpunkten für zivilmilitärische Zusammenarbeit beorderte Reservedienstleistende


TLVS: Taktisches Luftverteidigungssystem, geplanter Ersatz für PATRIOT


Truppenreserve: Reservedienstleistende, die in aktiven Truppenteilen oder Ergänzungstruppenteilen beordert sind. Für die Truppenreserve und der darin enthaltenen

Personalreserve wird auch der Begriff Verstärkungsreserve verwendet, um sie von der Territorialen Reserve abzugrenzen.


TSK: Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe,  Marine


U 212 CD: Common Design, deutsch-norwegisches U-Bootprojekt, D 2 NO 4


UTF: ungeschütztes Transportfahrzeug, neue LKW 5t und 15 t gl als Ersatz der gelände-gängigen KFZ-Nachfolgegeneration der 70er Jahre, Schutzmodule können adaptiert werden.


Verbandsveranstaltung (VVag) – kurze meist eintägige Veranstaltung der Freiwilligen Reservistenarbeit, bei der die freiwilligen Teilnehmer mit einer Uniformtrageerlaubnis in Uniform teilnehmen können. Diese Veranstaltungen werden durch den Verband der Reservisten organisiert. Für Ausbildungen mit Waffen kommen nur DVag in Frage.

Veteranen: neuer Sammelbegriff für alle ehemaligen Soldaten der Bw.


VJTF: Very High Readiness Joint Task Force, schnelle Eingreifbrigade der NATO,  2019 und wieder 2023 in deutscher Verantwortung mit dem Planziel vollausgestatteter deutscher Einheiten unabhängig von Leihabgaben aus der ganzen Bundeswehr.


WÜ: Wehrübung, heute Reservistendienst


Zivilmilitärische Zusammenarbeit (ZMZ): Abstimmung der Zusammenarbeit der Streitkräfte mit Behörden und Wirtschaft zur gegenseitigen Unterstützung in der Heimat. In den Auslandseinsätzen in Krisengebieten ist  ZMZ ein wichtiges Element für den Wiederaufbau.


ZSan: zentraler Sanitätsdienst


Zuziehung: Eine Zuziehung durch das Landeskommando ist Voraussetzung für die kurzzeitige Teilnahme an einer Dienstlichen Veranstaltung, hat aber nicht die rechtliche Qualität einer Einberufung. Während der Teilnahme an der Dienstlichen Veranstaltung hat der Zugezogene  den Status eines Soldaten.